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Die
Freude (A Felicidade)
Unendlich
ist das Leid
–
für Freude bleibt kaum Zeit.
Heiterkeit und Glück sind wie der Tau,
ein Tropfen, der am Blütenblatt sich hält,
der Sonnenlicht
in frohe Farben bricht,
doch schwer wie eine Träne schließlich fällt.
Arm ist hier das Volk, doch ach, so unbeschwert
–
zumindest mag's am Karneval so scheinen.
Die Wahrheit: Man plagt sich ein Jahr für die Seinen
und rackert für den Tag,
an dem man froh sich kostümiert
als Könige, als Gärtner und Piraten.
Doch Mittwoch heißt es: Wieder ein Jahr warten!
Unendlich ist das Leid
–
für Freude bleibt kaum Zeit.
Frohsinn gleicht der ausgefall'nen Feder,
die scheinbar schwerelos der Welt entrinnt,
die zur Sonne strebt,
doch kurze Zeit nur schwebt,
benötigt sie doch pausenlosen Wind.
Glück, für mich bestimmt, träumt süß an meiner Seite,
lächelnd, denn ihr Traum kennt keine Sorgen.
Die Nacht fleh ich an: Geh vorbei! Geh vorbei
und grüße mir den Morgen!
Bitte stör sie nicht! Schweig still,
daß heiter mit dem Tage sie erwache
und frisch mit ihrer Liebe mich umhüll.
Unendlich ist das Leid.
(Antonio
Carlos Jobim/ Vinicius de Moraes/ dt. Holger
Saarmann)
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