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Und
die meisten echten Pennsylvania Dutch haben sich längst
assimiliert und pflegen die Erinnerung an die Sprache ihrer Vorfahren nur noch
in den Versammlingen
– und Internetpräsenzen
– der Traditionsvereine.
Lieder, so deutsch wie der Wilde Westen – das ergibt eine bunte Collage von
Worten und Klängen aus und über Amerika.
Sie
ist aber nebenbei auch Widmung und Erinnerung an unseren Pionier im
Geiste: Karl May (1842-1912), der auch ein begabter, wenngleich durchs
Schreiben meist verhinderter Komponist und Musiker war.
Ehrlich gesagt haben mich seine Romane nie so sehr gepackt, daß ich
nach zehn Bänden die restlichen siebzig lesen wollte. Auch sind mir
nach zwanzig Jahren kaum Erinnerungen geblieben, außer an Namen und
Figuren und an die Marter der Spannung, die sich aber beim Versuch des
Wiederlesens einfach nicht mehr einstellen will.
Wie packend ist dagegen die Biographie des Autors (
)
– obwohl sie fast ausschließlich in Sachsen spielt! Erstmals mit 57
Jahren reiste May in den Orient, erst als 66-jähriges Greenhorn nach
Amerika. Die Niagarafälle waren das Wildeste und Westlichste, was er
dort sah.
Die von uns zitierten Kapitel aus "Winnetou III" (1893) spielen im Staat Wyoming. Möglich,
daß dort tatsächlich Deutsche siedelten. Die Darstellung von Helldorf
Settlement und seinen Bewohnern ist nicht ganz unrealistisch; offenbar hat
May aus authentischen Quellen geschöpft, vielleicht sogar
Beschreibungen der Pennsylvania
Dutch gelesen. Die Briefe des Mecklenburger Auswanderers Jürnjakob Swehn
in Iowa kannte er allerdings nicht, denn die veröffentlichte Johannes
Gillhoff, der Sohn des Empfängers, erst 1917.
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Ich war noch nie in Amerika, dabei locken dort so viele
Dinge. Die meisten davon lassen sich singen, in neuen und alt-überlieferten
Liedern. Oft sind es nicht die Worte, sondern Atmosphäre und Ausdruck eines
Liedes, was da lockt. Und offenbar – das zeigt meine freie Übertragung des
Appalachian Spirituals "Wayfaring
Stranger"
– inspirieren die Melodien aus diesem
fremd-vertrauten, großen Land, das so viele Menschen über den Atlantik lockte,
zu melancholischen Gedanken über Heimat und die Suche nach ihr.
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Das CD-Album zum Bühnenprogramm.
Details im Shop.
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Dank
geht an
Barbara Boock, Michaela Zwenger und ihre KollegInnen im Deutschen
Volksliedarchiv in Freiburg (Breisgau) für alle bibliothekarischen Dienste
und für freundliche, geduldige und kompetente Auskünfte und Hilfen zu
all meinen neugierigen Fragen.
Prof. Dr. Rolf Brednich, Ethnomusikologe im Ruhestand, der mir aus
Neuseeland mit Tips und Zuspruch half.
Dr. Michael Werner, Roland Paul, Michael Geib (Deutsch-Pennsylvanischer
Arbeitskreis) und Ben Hergl (Theatergruppe Chawwerusch) für
weiterführende Tips aus der Pfalz.
John Schmid, Folksänger in Berlin, Ohio für hoffentlich anhaltenden
lyrisch-musikalischen Austausch.
Gerhard Kütbach, Inhaber des Antiquariats Geisterschmiede in
Berlin-Prenzlberg, der mir hilfreiche und wichtige Informationen zu Karl
May und zur Karl-May-Gesellschaft geben konnte.
den Karl-May-Verlag Bamberg für die freundliche Übersendung einer
Kopiervorlage.
alle Mitarbeiter der folgenden Spielorte:
"Zimmer 16" (Premiere),
"SISTERS coffee-bar", Verlängertes Wohnzimmer,
Karl-May-Freundeskreis Wilmersdorf, Atelier Theater Wedding,
Kulturhaus
Mitte, Zebrano-Theater,
(alle Berlin),
Fenster
zur Stadt (Nürnberg), ESG
Bamberg, Weinstube Stadtmühle (Scheßlitz), Neustädter Kirche in Einbeck,
Galgenberg-Restaurant/ "Kunstschnee"
Hildesheim, die Musikscheune/ Museumsverein Freilichtmuseum Schwerin, Villa
Musica (Ochtrup), Hennekens Hof
(Bad Bentheim), Paul-Gerhard-Gemeinde Aichach, De Bäre (Deißlingen),
Auerbachs Kellertheater & Stadt Staufen, Musikschule Rauenberg,
Mennonitische Gemeinde Bolanden-Weierhof, Theater
der Nacht (Northeim), Kirche Neutornow, ...
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Vor allem aber danke ich Vivien Zeller, die dieses Programm mit ihrer Geige,
ihren Ideen und ihrer Begeisterung bereichert!
Holger Saarmann
PS:
Gesammelte
Hörproben gibt's hier,
in der Online-Jukebox last FM,
die
CD
“Lieder,
so deutsch wie der Wilde Westen”
hier, im Shop.
Literatur &
externe Links:
Liedersammlungen:
Walter
Boyer, Albert Buffington & Don Yoder (Hg.): Songs
Along the Mahantongo. Lancaster, PA: Pennsylvania Dutch Folklore Center, 1951.
Albert Buffington (Hg.): Pennsylvania German Secular Folksongs. Breinigsville,
Pennsylvania German Society 1974.
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George
Korson (Hg.): Pennsylvania
Songs and Legends. Baltimore 1949.
Don Yoder (Hg.): Pennsylvania
Spirituals. Lancaster (Pennsylvania) 1961.
Austin & Alta Fife (Hg.): Cowboy
& Western Songs. New York 1969.
Peter Zacher &
Klaus-Georg Enlitz (Hg.): Sing a
Song – Lieder der Völker Nordamerikas.
Leipzig
1984.
Hartmut Kühne & Christoph F. Lorenz (Hg.): Karl
May und die Musik. Bamberg 1999.
(Links zu herausragenden Internet-Liedersammlungen gibt es hier,
auf meiner Links-Seite.)
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Download (300 dpi, 616 KB)
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Informatives
& Unterhaltendes:
Don Yoder: Die
Volkslieder der Pennsylvanien-Deutschen. In: Rolf Brednich, Lutz Röhrich & Wolfgang
Suppan: Handbuch des Volksliedes,
Band 2. München 1972.
Pennsylvania
Dutch Country –
Online-Infozentrale über Mennoniten, Amische, etc.
"Hiwwe Wie Driwwe" –
Privatarchiv pennsylvaniadeutscher Literatur
(viele Beiträge in Mundart!)
www.amisch.de
–
deutsche Website über Pennsylvania Dutch (in Mundart!)
www.deitscherei.org
–
amerikanische Website über Pennsylvania Dutch (in Mundart!). Viele Links
zu anderen Sites.
Pennsylvania Dutch Wikipedia
Bernd G. Längin: Die Amischen – Vom Geheimnis des einfachen Leben. List:
Himberg 1990.
(Ein Erfahrungsbericht über die Amischen im US-Staat Indiana)
Michael Holzach: Das vergessene Volk – Ein Jahr bei den deutschen Hutterern
in Kanada. dtv: München 1982.
(Noch ein Erfahrungsbericht, packend erzählt!)
Werner Krum: USA – Die Ostküste.
München
1981/ 88.
Wieland Herzfelde: Nachwort
in Harriet Beecher-Stowe: Onkel Toms Hütte.
(1852). Verlag Neues Leben, Berlin 1952, Auflage 1975 (!).
Karl-May-Gesellschaft: Unmengen an
Quellentexten! Hier gibt's fast alle Texte von Karl May online zu lesen!
Karl-May-Stiftung Radebeul
Karl-May-Verlag Bamberg
Johannes Gillhoff: Jürnjakob Swehn, der
Amerikafahrer. 1917. (Neuaufl. dtv: München 2001).
Jürnjakob Swehn
- im Internet (ext. Link)
Karl May: Mein
Leben und Streben (1910). Im Sammelband: Ich.
Karl-May-Verlag Bamberg 2002.
Mein Leben und
Streben - im Internet (ext. Link)
Karl-May-Stiftung -
Biographische Notizen. Karl Mays "Lebenslauf" tabellarisch, aber sehr
spannend und informativ!
Karl May: Winnetou
III - im Internet (ext. Link)
(Achtung! Bei den populären Buchausgaben des Karl-May-Verlages Bamberg handelt es sich um
stark bearbeitete Texte, die urheberrechtlich geschützt sind! Die
im Internet veröffentlichten Versionen sind generell näher am Urtext.)
Mark Twain:
Huckleberry Finn. 1882 - im Internet (ext. Link)
Interne
Links (Lieder, Hörproben & Kommentare):
Pennsylvania Dutch Traditionals
Lieder von Karl May
Ballade
des armen Webersohnes Karl May
Follow
the Drinking Gourd
She's like the Swallow
I'm just a poor wayfaring Stranger
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Termine
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Pressefotos
zum Download
>>
"How the West was Dutched" (engl. version)
Anmerkung zu Mennoniten und
Amischen:
Amische
– und somit weitere kleine deutsche Sprachinseln mit Dialektvarianten
– gibt es auch in
Indiana, Michigan, Kansas, Wisconsin, Iowa
–
und sogar in Kanada, wo die
Amischen neben den ur-kommunistischen Hutterern zu den ertragreichsten Farmern
zählen.
Amische, Mennoniten und Hutterer sind Wiedertäufer. Wegen ihrer biblisch
begründeten Ablehnung der Kindstaufe wurden sie nicht nur von der katholischen
Kirche, sondern bereits von den ersten Reformatoren verfolgt, gefoltert und zu
tausenden hingerichtet. Kein Herrscher, der ihnen Asyl in seinem Reich
gewährte, ließ sie lange in Frieden: Wann immer sie aus christlicher
Überzeugung den Kriegsdienst verweigerten, war ihnen die nächste Verfolgung
gewiss. Erst in Nordamerika blieben sie weitgehend unbehelligt. Ihre Abschottung
vom Rest der Welt begründen sie teils mit Bibelworten, teils mit den Erfahrungen ihrer
Ahnen, die in blutrünstigen Moritaten überliefert sind.
(Empfohlen seien hier die Bücher von Michael Holzach und
Bernd Längin.)
Anmerkung zu Jürnjakob Swehn:
In dem Roman "Jürnjakob Swehn, der Amerikafahrer" (1917) hat der
Dorfschullehrer Johannes Gillhoff (1861-1930)
–
nach eigenem Bekenntnis
–
Briefe mehrerer Auswanderer aus seinem Heimatdorf Glaisin (ca. 10 km
westlich von Ludwigslust/ Mecklenburg) verarbeitet. Der amerikanische
Wissenschaftler Eldon L.Knuth (pensionierter Professor für Aeronautik,
selber ein Nachkomme von Mecklenburger Auswanderern in Iowa) fand heraus,
daß das Pseudonym "Jürnjakob Swehn" vor allem für den
Briefeschreiber Carl Wiedow (* 1847) steht. Wiedow wanderte 1868 aus der
sogenannten Griesen Gegend nach Amerika aus und ließ sich 1872 zusammen
mit seiner Frau Catherina Elisabeth Schröder ("Wieschen", *
1847) als Farmer in Clayton County, Iowa nieder. Sie hatten fünf Kinder,
deren Nachkommen zum Teil noch leben. Carl Wiedow
starb 1913, "Wieschen" 1930. Beide liegen in Clayton County
begraben, auf dem Friedhof der Kirche, von deren Bau "Jürnjakob"
im Briefroman berichtet. Sie sind also nicht, wie dort im letzen Kapitel angedeutet wird, in
ihre Heimat zurückgekehrt.
Die Infos sind entnommen aus der Zeitschrift "Mecklenburg",
Ausgabe 3/98. Das dort abgebildete Foto der Familie Wiedow kann
in der Dauerausstellung der "Gillhoff-Stuv" in Glaisin
besichtigt werden. Oder aber auf
dieser Website.
Gillhoff vernichtete nach eigenem Bekunden Carl Wiedows Briefe, als er den
"Jürnjakob Swehn" beendet hatte. Offenbar wollte er so die
Trennlinie zwischen Verbrieftem und Erdichtetem verwischen. Den
philologischen Erkenntnissen der Gillhoff-Gesellschaft zufolge dürfte in
Wahrheit nur etwa die Hälfte des Romans auf Briefen basieren. Manche
Episoden des Romans stammen gar aus der Biographie Johannes Gillhoffs und
seiner Familie. Hartmut Brun, Vorsitzender der Gillhoff-Gesellschaft,
weist auch auf die sozialkritischen Untertöne des Buches hin, teils wohl
Gillhoffs Kommentare zum wirtschaftlichen Elend Mecklenburgs zu Beginn des
20. Jahrhunderts.
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